Delhi
Die letzten drei Tage meiner neun Monate in Indien wohnte ich ein zweites Mal in Delhi. Auf dem Programm stand vor allem noch ein wenig Sightseeing und Shopping sowie den Pool des Hyatt geniessen. Am Samstag Abend zogen wir nach einem ersten Schwumm los um einen Anzug für mich zu besorgen. Der Rikshawfahrer brachte uns zuerst zu einem Touristenshop wo ich bereits letzten August einmal abgesetzt wurde wobei dieser steif und fest behauptete, dass dies kein Touristenshop ist und er Parkgebühren zahlen musste und kein Geld für unsere Anlieferung bekam. Nach einigen weiteren Sätzen sah er allerdings ein, dass er es hier nicht mit den klassischen Drei-Tages-Delhi-Touristen zu tun hat und brachte uns zu einem ordentlichen Shop. Zu unserem erstaunen waren die Preise aber nicht wesentlich tiefer als das letzte Angebot des Touristenshops und auch eine Rückbestätigung bei einem Kollegen bestätigte, mit ca. 8000 Rupien muss man für einen Anzug rechnen. Bei 8500 für ein Anzug plus Extrahose schlug ich dann ein und liess mir die Masse nehmen.
Zurück im Hyatt gönnten wir uns eine Pizza von Renato Riccio, dem Koch des Italienischen Restaurants, bevor wir dann zum Club Capitol aufbrachen. Beim Eingang werden die 2000 Rupien Eintritt zum Glück gleich in Getränkebons verwandelt und bestellten uns einen Mojito und einen Caipiroska, welche auch fast so schmeckten. Natürlich wurde ein DJ aus Mumbai eingeflogen welcher die besten Tracks meiner Bollywood-CD “2007 It’s rocking” spielte. Es war aber sehr unterhaltsam den Grossstadtindern beim Partymachen zuzuschauen und mit Turbanen unter Baseballkappen, zu kurzen Röcken und völlig Betrunkenen zeigte sich Indien noch von einer anderen Seite.
Bei Zeiten brachen wir unsere Zelte ab und kehrten zum Hotel zurück, denn bei Corinne kündeten die Bakterien im Magen ein Rachezug gegen die verschiedenen Tabletten der letzten fünf Tage an. Scheinbar waren diese Dinger nicht Tod zukriegen und so musste um sechs Uhr in der Nacht ein Doktor her. Nach einer kurzen Analyse verschrieb er einen neuen Satz an Tabletten und es gab eine kleine Spritze in den Hintern.
Später ging ich dann alleine das grosse Frühstücksbuffet abzubauen und machte mich dann auch an den Pool. In der Mittagszeit kehrte ich kurzzeitig in das Zimmer zurück um nach der Patientin zu schauen. Den Nachmittag verbrachte ich erneut beim Pool und gegen Abend wollte ich meinen Anzug beim Schneider probieren. Doch als ich im Zimmer ankam um mich kurz umzuziehen wurde mir sehr schlecht und ich musste mich hinlegen. Leider wurde es dadurch nicht besser und ich musste mich Übergeben. Ich quälte mich doch noch bis zum Schneider und sprach mit dem Hotel Management über das Problem mit derem Essen aber danach wollte ich nur noch ins Bett.
Am 21.04. mussten wir leider nach Gurgaon um noch einige Dokumente auszudrucken, welche ich zur Ausreise benötige. Ebenfalls sollte ich das Sicherheitsdepot zurückerhalten und ein Spitalbesuch war ebenfalls angesagt. Leider fühlte ich mich oder besser gesagt wir uns überhaupt nicht wohl als wir den Taxi bestiegen, doch der Fahrer war sehr nett und dies half auch schon. Alles klappte eigentlich sehr gut ausgenommen die Einzahlung des Depots. Leider bekam ich die 200′000 Rupien in lauter Hunderter und man darf maximal 49′999 Rupien pro Tag steuerfrei einzahlen. Da dies ja mein zweit letzter Tag war, wusste ich schon, dass dies nicht aufgehen würde. Also zahlte ich an diesem und am nächsten Tag jeweils 49′000 auf mein und das Konto meines Mitbewohners ein. Dies war dann auch praktisch die einzige Beschäftigung am letzten Tag.
So hatten wir eigentlich sehr wenig von den letzten Tagen in Delhi, ein leider etwas enttäuschender Abschluss der grossartigen Reise durch Indien. Aber leider kann man die Gesundheit nicht kontrollieren und schlussendlich muss man doch froh sein wenn es nichts schlimmeres ist. Als Abendessen bestellten wir ein zweites Mal im Hyatt gedämpftes Gemüse und ein wenig Reis bevor wir uns zum Flughafen aufmachten. Zuerst checkte ich meinen Koffer ein und kurz bevor ich durch die Kontrolle hätte gehen müssen, konnte auch Corinne noch ihren Rucksack abgeben. So konnten wir zumindest zusammen anstehen und warten bis um 1:30 Uhr mein Swiss-Flieger gehen musste. Ihre Reise ging dann zwei Stunden später in die entgegengesetzte Richtung nach Bangkok.
Filed under: Reisen on April 26th, 2008
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