Varanasi - die heiligste Stadt

Am 5. Dezember flogen wir von Delhi nach Varanasi. Trotz kurzer Flugzeit nimmt eine Flugreise in Indien jeweils relativ viel Zeit in Anspruch und so kamen wir nach 7stündiger Reise in unserem Hotel Radisson an. Den Rest des Tages verbrachten wir damit die Umgebung des Hotels und die naheliegenden Felder am Fluss zu erkunden.
Am Abend machten wir uns auf die Suche nach einem Restaurant welches wir im Reiseführer entdeckt hatten. The Garden ist unter freiem Himmel angelegt und es gibt verschiedene Möglichkeiten zu dinieren. Neben Sternendach gab es auch noch die Möglichkeit von Strohdach mit und ohne Betonwand. Wir entschieden uns trotz der fröstligen Temperaturen für das Sternendach und genossen ein vorzügliches Essen mit Suppe und Tee und freundlicher Bedienung.

Am nächsten Tag hiess es bereits um 4.45 Tagwach, um denn Sonnenaufgang über dem Ganges und die damit verbundene spirituelle Stimmung nicht zu verpassen. Etwas verspätet traf unser Fahrer, den wir für eine Tagestour gebucht hatten, beim Hotel ein und wollte die schweizer Uhrenträger mit seiner falsch gestellten Uhr überzeugen, dass er pünktlich war. Nur blöde, dass seine Uhr im Auto der Zeit voraus war. Trotz grosser Bemühungen den Preis für die Bootsfahrt im Taxipreis zut integrieren, war uns die leider nicht gelungen und wir mussten bereits morgens um 5.30 mit hartnäckigen Preisverhandlungen auseinandersetzen. Eigentlich wäre ja der Preis vom Staat auf 50 INR pro Boot mit 4 Plätzen beschränkt, wegen der touristischen Nachfrage verlangen die Bootsführer aber meist über 300 INR pro Person. Nachdem wir einen einigermassen angemessenen Preis für die Fahrt ausgehandelt hatten bestiegen wir um 6.00 Uhr das wackelige Boot und wurden dem Sonnenaufgang entgegen gerudert. Es war schon sehr speziell den Gahts entlang zu fahren und die Pilger bei ihrem Baderitualen zuzuschauen, nur beleuchtet duch die warmen Lichter der Lampen an den Gahts und den Schwimmkerzen die am dem Ganges schwammen. Langsam kam die Sonne zum vorschein und veränderte die Stimmung von Sekunde zu Sekunde. Wahrhaft ein lohnenswerter Ausflug trotz unmöglich früher Zeit.

Nach der 1stündigen Bootstour stand eigetlich das Frühstück auf dem Programm, aber unser Fahrer meinte das der Monkeytempel ganz in der nähe sei. So liessen wir uns trotz langsam aukommendem Hunger überreden den Tempel noch vor dem Frühstück zu besuchen und danach noch einen Tempel und danach noch einen Tempel…. Als er dann auch noch das Fort vor dem Frühstück einbauen wollte rebellierten unsere knurrenden Mägen und wir zwangen ihn uns zurück zum Hotel zu bringen wo wir das Frühstück inklusive hatten. Müde von der unmenschlichen Weckzeit entschlossen wir uns dazu eine 4stündige Pause einzulegen und den Rest der Sightseeingtour auf 14 Uhr zu verschieben. Die Zeit dazwischen vertrieben wir uns mit lesen, schlafen und am Pool liegen.

Dieses Mal war der Driver pünktlich und wir machten uns auf die restlichen Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Da wir mit dem Muslime Center welches uns der Fahrer als sehenswert anpries und sich schliesslich als Shoppingfalle entpupte, relativ viel Zeit verloren, kamen wir nach dem Fort ziemlich pünktlich für die Abendshows wieder bei den Gahts an. Hätten wir da geahnt das genau an dieser Stelle am nächsten Tag eine Bombe in einem Milchkessel gezündet wird, hätten wir uns wohl anders gefühlt. So aber genossen wir die Stimmung und verweilten eine geraume Zeit bei den Verbrennungsplätzen wo die Toten nach einem letzten Bad im heiligen Ganges auf offenen Feuern verbrannt werden.

Am nächsten Tag stand zum Glück relaxen auf dem Programm und so erreichte uns die Nachricht vom Bombenanschlag in Varanasi wie schon erwähnt durch den Optiker aus Gurgaon der sich nach unserem Wohlbefinden erkundigte. Geschockt versuchten wir die Nachricht zu verdauen. Auch die Tatsache, dass der Anschlag laut Nachrichten 1 Tag vorher hätte stattfinden sollen, also genau dann, als wir dort waren machte die Sache auch nicht besser.

Trotz allem hatten wir am nächsten Tag unseren Flug nach Kalkutta, wo wir wohlbehalten ankamen.

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