Island adventure auf Andaman
Zwei Stunden Flug sind nötig um von Kalkutta zu den Andaman & Nicobar Islands zu kommen. Und wenn man sich bei der Ankunft nicht zuerst durch Formulare kämpfen müsste, so würde man sich nicht mehr in Indien glauben. Alles ist aufgeräumt, niemand will einem etwas verkaufen und die Preise sind aufs erste Wort so fair, dass eine Verhandlung gar nicht nötig ist. Die Leute sind locker lässige Insulaner.
Zuerst wohnten wir in einem Guest House in Port Blair, der Hauptstadt von Andaman & Nicobar Islands. Eigentlich wird das Städtchen nur als Ausgangspunkt für die Reisen auf die verschiedenen Inseln beschrieben, doch aus unserer Sicht bietet es mehr. Unser Guest House war eigentlich wie eine grosse Wohnung, mit grossem Wohn- und Essbereich und einem Angestellten der kocht wenn wir es wünschten, denn wir belegten zwei der drei Zimmer und das Dritte wurde erst spät Abends besetzt.
Am nächsten Morgen wurden wir abgeholt um mit dem Schnellboot nach Havelock zu fahren. Nach 90 Minuten à 23 Knoten legte das Schiff an der kleinen Jetty an und alle Inder stürmten an Land. Wir nahmens gemütlich, denn auf uns wartete ein Chauffeur der uns zum Barefoot Resort brachte. Für diese Tage haben wir nämlich ein komplettes Paket gebucht mit allen Transfers, was uns für einmal ganz noble Karrossen beschehrte.
Das Barefoot Resort liegt ziemlich genau auf der anderen Seite der Insel, mit schön im Jungel eingebetteten Stroh- bzw. Holzhütten. Die grosszügig verteilten Hütten sind mit kleinen Pfaden verbunden, die Nachts oder besser gesagt ab 17 Uhr nur durch die eigene Taschenlampe beleuchtet werden. Das Restaurant, von einem Italiener geführt, belegte jetzt den neuen ersten Platz für Pasta in Indien, die selbstgemachten Spinat-Fettuccine mit Pesto waren so gut, dass gleich drei Portionen für zwei Leute bestellt wurden.
Der Strand war sehr schön und bis auf einen kleinen Inderbereich auch sehr leer und somit konnte man das warme Wasser ganz angenehm und gemütlich geniessen, ohne Strandverkäufer oder sonstigen Störefriede.
Leider merkten wir am ersten Abend, dass der einzige Störefried der Insel sich in unserer Hütte befand, Corinne entdeckte mit grossem Schrecken eine Ratte im Badezimmer. Somit waren jetzt die Geräusche aus der Wand identifiziert und wir konnten ebenfalls ein Foto schiessen vom ungebetenen Besucher auf dem Dach des Badezimmers. Der Hotelmanager machte einen wenig bemühten Eindruck das Problem zu bekämpfen und schob, typisch Indisch, die Schuld von sich. Aber es wurde dann doch eine Falle aufgestellt. Beim Nachtessen fielen nochmals deutliche Worte, mehr als eine zweite Falle am gleichen Ort war aber wohl nicht zu erwarten, immerhin sind wir im Djungel und eine Ratte durchlöchert eine Rattanhütte (jetzt ist klar woher der Name kommt) in wenigen Minuten. Wir stopften für die Nacht die Löcher mit unserem Badetuch, so dass die Ratte dort bleibt woimmer sie auch gerade war.
Am nächsten Tag entschieden wir uns die Falle ein wenig umzuplatzieren und die Löcher wieder zu öffnen. Und siehe da, während wir am Nachtessen waren, wollte die Ratte auch essen nur war ihr Restaurant eine klassiche (Touristen)Falle. Wir entschieden uns die Ratte nicht dem Hotel zu übergeben sondern weit, weit weg von der Hütte freizulassen. Dies taten wir dann auch, obwohl sich die Ratte nicht recht von ihrer neuen Behausung trennen wollte. Somit freuten wir uns auf rattenfreie Tage, obwohl wir uns jetzt doch ein wenig einsam in der grossen Hütte fühlten.
Zum Glück war es mit der Einsamkeit am nächsten Tag schon wieder vorbei, Ratten können sich wohl besser orientieren als wir denken!
Auf der Rückreise stand wieder ein Zwischenstop in Port Blair auf dem Programm, denn der Flughafen wird um 15 Uhr dem Militär übergeben was für alle Inselgäste die Weiterreise am gleichen Tag verunmöglicht. Bevor wir am nächsten Tag zum Flughafen gingen, besuchten wir noch das Central Jail, ein riesiger ehemaliger Gefängnisskomplex für Freedom Fighters, auch wenn nicht einmal mehr die Hälfte der Gebäude steht sind die Dimensionen immer noch sehr eindrücklich.
Leider mussten wir schon nach nur fünf Nächten die Andaman & Nicobar Islands verlassen, denn in Kalkutta wartete schon das nächste Abenteuer.
Filed under: Reisen on December 22nd, 2010
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