Mysore (22.11.2010)

Früh morgens fuhren wir zum Busterminal in Bangalore wo die staatlichen Busse nach Mysore fahren. Auf dieser ca. 3 stündigen Route gibt es mehrere Busse pro Stunde und so konnten wir einfach in den Nächsten einsteigen und die 91 Rupien Fahrpreis dem Kontrolleur bezahlen. Die Landschaft war wenig spektakulär und die Strasse war für einmal sehr gut was zu einer ruhigen Fahrt mit schlafenden Indern führte.
Mit der Ruhe war es dann aber in Mysore vorbei, denn die Belästiger waren hier besonders mühsam. Auch nachdem wir ein Hotel für unser Gepäck gefunden und den ersten Happen gegessen hatten, konnten wir uns nicht für diese Stadt erwärmen, die Leute waren unüblich unfreundlich.
Zuerst besuchten wir den Markt, welcher einen sehr aufgeräumten Eindruck macht, wohl weil er in jedem Reiseführer empfohlen wird.
Mit der Rickshaw fuhren wir später fast auf den Chammundi Hill, leider war der Fahrer nicht gewillt und vorher über den Zustand seines Fahrzeugs zu informieren und so endeten wir Mitten im Aufstieg mit einer kaputten Kupplung. Seine Bemühungen waren dann auf das Geldeintreiben limitiert statt für uns eine Weiterfahrmöglichkeit zu organisieren. Durch sein Verhalten blieb er unentlöhnt und wir konnten zum Glück wenig später einen Bus anhalten der uns mitnahm.
Auf dem Hügel versperrten uns anziehende Regenwolken die Weitsicht und so warteten wir mit hunderten Anderen ob zuerst der Tempel öffnet oder der Regen einsetzt. Der Regen war zuerst und darum besuchten wir das Godly-Museum. Dieses zeigt sehr bildlich die Laster der Menschheit und ein sehr überzeugter Mitarbeiter erklärte uns, dass die Seele 1250 Jahre alt wird, der Körper jedoch alle paar Jahrzehnte stirbt un die Seele in einen neuen Körper wiedergeboren wird. Fragen wie, wie alt ist meine Seele oder warum genau 1250 Jahre werden aber erst im Jenseits beantwortet.
Danach war der Tempel offen, wir zogen jedoch die Busfahrt, zurück nach Mysore, der Barfussbegegnung mit der goldigen Chammundistatue vor.
Zurück in Mysore gingen wir noch schnell zum Hotel damit wir danach im Licht der untergehenden Sonne das Schloss von Mysore besuchen können (Tipp von Jost). Als wir dann aber beim Schloss angekommen waren, war einzig unsere Laune am Untergehen, leider schloss das Ding um 5 Uhr und wir waren wenige Minuten zu spät. Zum Trost mussten dann einige „äterische Öhle“, wie es der Verkäufer nannte, gekauft werden. Unvollständiger Taten zogen wir am Abend aus Mysore ab und das Leben musste auch ohne besichtigtes Schloss weitergehen, es sollen wieder bessere Tage folgen!

Bangalore (20.-21.11.10)

Um etwa sechs Uhr mussten wir aufstehen, da der Nachtzug die Endstation Banglore City Junction erreicht hatte. Auch wenn Bangalore die vermeintlich modernste Stadt von Indien ist, so sind Rolltreppen oder Lifte doch noch Unbekannte hier und wir mussten unsere Koffer die Treppe rauf und runterschleppen. Dafür wurden wir umso freundlicher von einer Meute Taxifahrer begrüsst, die nur ungern verstehen wollten, dass wir nich sofort für 600 INR zum Hotel fahren wollten. Da der Preis auch früh morgens noch etwas astronomisch wirkte, machten wir uns auf die Suche nach dem Prepaid-Taxistand. Auf dem richtigen Weg wurden wir aber von klug positionierten „Polizisten“ abgefangen, welche uns erklären, dass es keine Pepaid-Taxis gibt. In Indien sollte man aber auch nicht jedem Polizisten glauben und so fanden wir beim zweiten Anlauf den gesuchten Schalter und siehe da, der eher teurere Prepaidtarif war gerade mal 126 INR. Faszinierend war dann jedoch die Reaktion vom Taxifahrer, der zuvor 600 Rupien wollte: „OK, 400, last price!!“
Das Hotel hatte um diese Zeit noch kein Zimmer für uns bereit, dafür durften wir uns am indischen Frühstücksbuffet bedienen.
Um ca. 11 Uhr machten wir uns auf den Weg zur IIMB, einer Eliteuni in Bangalore, wo wir uns mit Christoph Jost, ein altbekannter Stäfner, trafen. Nach einer Führung duch das Campusgelände machten wir uns zu Dritt auf den Weg ins Stadtzentrum. Erster Stopp war MG Road mit internationalen Brandstores, zweiter Stopp war die Commercial Street mit kleineren Shops und als letztes landeten wir auf dem Gemüsemarkt mit riesen Kühen und tausenden von Leuten.
Am Abend feierten wir im Guru Garden die letzte Vorlesung von Christoph mit Rum und Zigarren aus Kuba. Eigentlich erwarteten wir, dass das Restaurant keine Freude an unserem Picknick hat, die Kellner waren aber ganz fasziniert von der langen und dicken Zigarre, welche sie wohl bisher höchstens in den Händen von Fidel Castro gesehen haben.
Den nächsten Tag starteten wir gemütlich in einem Café und liefen ein wenig durch die Strassen Bangalores, auf der Rückfahrt stellten wir fest, dass wir sogar 40 Rupien weit gelaufen sind. Am Abend verabredeten wir uns nochmals mit Christoph um in einem Steak House zu Essen, wir bestellten nicht ganz drei Mal den Vegi Burger. Den Dessert bestellten wir dann an einem zweiten Ort damit Christoph uns nochmals seine ausserordentliche Orientierungsfähigkeit demonstrieren konnte und wir ein wenig mehr von der Stadt kennenlernen konnten.
Wir verabschiedeten uns von Christoph mit der Aussicht, dass man sich evtl. kurz vor Weihnachten nochmals in Kolkata begegnen könnte.

Endlich neue Fotos…

Mit ein wenig indischer Verspätung stellen wir drei neue Gallerien online:

Die fehlenden Gallerien zwischen Mumbai und Bangalore, sind noch im Sortierer.

Hampi (17.-19.11.10)

Am Abend des 16. November machten wir uns auf den Weg zur Busstation. Nach einer Dusche mit Gartenschlauch, um uns vom letzten Goa-Strand-Sand zu befreien, fühlten wir uns frisch genug um die Reise mit dem Nachtbus nach Hapi anzutreten. Die Frische war aber nur von kurzer Dauer, da unsere Wäsche leider beim letzten Mal waschen neben einem nassen Hund o.ä. gelegen haben muss und auch dementsprechend angenehm roch, obwohl frisch gewaschen. Der kleine, vollgestopfte, unklimatisierte Zubringerbus, der uns nach Panaj zur grossen Busstation brachte, tat den Rest dazu. Schweissgebadet kamen wir an.

Der Nachtbus nach Hampi ist berühmt dafür, sehr unkonfortabel und vor allem unklimatisiert zu sein. Trotz der vielen negativen Berichte die wir gelesen hatten, liessen wir uns nicht einschüchtern und hatten einen Upper Sleeper für 600 INR gebucht. Die Fahrt war dann auch gar nicht so schlimm wie befürchtet. Mit offenem Fenster hat man sogar ein wenig gefroren und an tiefschlaf war auf der Holperstrasse nach Hampi auch nicht zu denken, aber alles in allem war es ok. Das Schlimmste waren unsere stinkenden Kleider und wir amüsierten uns köstlich darüber, die gerümpften Nasen zu beobachten. Wer schafft es schon mit frisch gewaschenen Kleidern der grösste aller „Stinkitraveler“ zu sein.

Mehr oder weniger ausgeruht kamen wir in Hampi an und bezogen unser Quartier. Das Guesthouse Rahul war indisch sauber und entsprach ungefähr dem Standart an Zimmer die es in Hampi gibt. Die Zimmer sind einfach und die Betten hart.
Nach kurzer Regeneration machten wir uns auf, um die Umgebung zu Erkunden. Eigentlich waren wir froh, die Russenhochburg Goa verlassen zu haben, wurden aber sofort in die Realität zurück geholt, als und im Frühstückslokal eine russische Menukarte hingehalten wurde.

Hampi früher Vijayanagar genannt, ist die ehemalige Hauptstadt des letzten grossen Hinduistenreichs Südindiens vor Ankunft der muslimischen Eroberer. Die „Siegerstadt“ war in ihrer Blütezeit im 15. Jh. bis zu ihrem Untergang im Jahre 1565 Ziel vieler europäischer Handelsreisender. Es wurde mit Gold, Perlen, Rubinen und Smaragten gehandelt, was der Stadt ihren Reichtum und ihre Macht beschehrte. Heute sind von den Palästen und Tempeln nur noch Ruinen übrig, welche es für uns zu besichhtgen galt.
Am 1.Tag nahmen wir uns die Tempel-Ruinen über dem Dorf und die Ruinen des königlichen Zentrums vor. Die Ruinen sind jeweils zwischen grosse Felsbrocken eingebettet, was dem ganzen eine mystische Stimmung verleiht. Da das ganze Gebiet 26 km2 umfasst, mieteten wir uns Fahrräder (INR 200 = 5CHF für 3 Tage und 2 Fahrräder). Trotz 1-Gang-Schaltung und hügeliger Landschaft liessen sich die km so schneller bewältigen. Wir fuhren und wanderten und kletterten zwischen und auf den Felshügeln resp. Ruinen herum, bis es Zeit wurde etwas zu essen. Neben dem Königinnen-Bad war eine Gruppe Inder daran unter freiem Himmel zu kochen. Neugierig standen wir herum und bewunderten das Schauspiel, bis wir zum Schluss auch zwei Teller angeboten bekamen. Als wir nach dem einfachen aber köstlichen Mahl bezahlen wollten, lehnten die Köche wehement ab. Verwundert bedankten wir uns und zogen von dannen. Hätten wir uns in diesem Moment daran erinnert, dass im Reiseführer davon gewarnt wird, Essen von Fremden anzunehmen, da dieses mit einschläfernden Mitteln versetzt werden kann, wäre uns wohl schon ein wenig schmauch geworden. Wir hatten aber Glück und gute Menschenkenntnis und waren nicht an Banditen geraten, sondern nur an freundliche und gütige Landbewohner.
Am Abend assen wir noch in einem köstlichen Italiener Pizza&Pasta, welcher auch gleich zu unserem Stammlokal wurde, bevor wir in unsere harten Betten fielen.

Das ungewöhnlich „kühle“ und bedekte Klima (normalerweise herrscht um Hampi brütige Hitze) setzte sich auch am nächsten Morgen fort und so lohnte es sich auch nicht früh morgens aufzustehen, um den Sonnenaufgang von einem nahegelegenen Hügel anzusehen – zum Glück :-)!!!
Heute standen die Tempel-Ruinen am Fluss Tungabhadra und der Vitthal-Swami-Tempel auf dem Programm. Das perfekt zusammengestellte Programm, welches von den Tempeln bis zum Fluss, welcher mit Nussschalenboten überquert wird, über das ländliche Dörchen Agondi und auf dser anderen Flusseite zurück bis nach Hampi geführt hätte, wurde von akutem Hunger durchkreuzt und wir mussten direkt zurück ins Restaurant.
Das Programm wurde am nächsten Tag mit gefülltem Magen von hinten her zu Ende geführt und wir waren froh, dass wir diese ländliche Gegend mit den leuchtenden Feldern und dem Stausee doch noch zu Gesicht bekamen.
Mit unserem Töffli entdeckten wir sogar noch das kleine, gemütliche Restaurant Wispering Stones mit Bushbungalows mitten im „Urwald“, welches bei einem nächsten Besuch in dieser Gegend sicher als Unterkunft in betracht gezogen werden könnte.
Auf der Rückfahrt ging leider noch der Gasgriff bei unserem Töffli kaputt. Ein freundlicher Helfer operierte uns das Kabel heraus und ermöglichte uns mit ziehen am Kabel Gas zu geben und zurück nach Hampi zu kommen. Natürlcih gab das noch Disskusionen mit dem Besitzer, welcher nach anfäglichen Schuldzuweisungen doch einsah, dass er nichts von uns verlangen konnte.

Nun stand uns nur noch die Rikshawfahrt nach Hospet bevor, welche sich auch noch als Erlebnis entpuppen sollte. Wir hatten bereits im Voraus mit einem Fahrer Zeit und Preis vereinbart und staunten nicht schlecht, als wir un 18.00 Uhr unsere Koffer in die heruntergekommenste Rikshaw die wir je gesehen hatten, einladen mussten. So wie das Gefährt aussah, ging die Fahrt auch los. Schon beim ersten Hügel mussten wir aussteigen, da die Rikshaw die Steigung nicht schaffte. Oben ging die Fahrt weiter, aber in einem Schneckentempo, so dass die anderen Rikshaws wie Pfeile an uns vorbeischossen. Hätten wir nicht so viel Zeit eingeplant, wären wir sicher nervös geworden. So aber konnten wir die Situation mit Humor nehmen. Auch als das Gerät nach einem Dorf verdächtig laut polterte und wir anhalten mussten, um auf Werkzeug zu warten wurde die Situation immer amüsanter. Normalerweise braucht man für die Strecke Hampi-Hospet ca 30 min. Wir hatten etwa 1h, kamen aber doch Rechtzeitig an. Die restliche Wartezeit wurde uns von ganzen Inderfamilien verkürzt, die zum 1000x unsere Namen und unsere Hometown wissen wollten. Auch Fotos mussten wir von jedem von ihnen schiessen und Unterschriften verteilen.
Ziemlich pünktlich fuhr der Hampi-Express in Hospet ein und wir richteten uns in unserem reservierten AC 2tier Abteil für die Nacht ein.

Zur Halbzeit verlassen wir Goa

Der Dienstag, 16. November ist die Mitte unserer knapp drei monatigen Reise. An diesem Wendetag verlassen wir Goa in Richtung Hampi, doch zuerst berichten wir, was in der Zwischenzeit so geschehen ist.
Angefangen hat die Geschichte mit der langen Busfahrt, 16 Stunden gemäss Plan, von Aurangabad bis nach Mapusa in Goa. Wie es sich gehört, waren wir pünktlich beim Busterminal bereit um die Reise anzutreten, der Bus war auch relativ zeitgerecht unterwegs, die richtig coolen Typen sprangen jedoch erst nach Abfahrt auf. Der Erste beim Eingangstor des Busterminals, der Zweite kurz vor dem Einbiegen in die Hauptstrasse und der Dritte rannte zu dieser Zeit erfolglos Richtung Bus – erwischte diesen an der nächsten Kreuzung nachdem wir einmal um den Block gefahren sind.
Aber eigentlich ging es so weiter und immer wieder wurde kurz gestoppt um jemand ein- oder auszuladen, keine Ahnung ob diese Passagiere einfach für die Lohntüte des Chauffeurs und Assistenten mitreisen oder ob dies offiziell zum Geschäftsmodell von Paulo Travels gehört. Ansonsten verlief die Fahrt eher unspektakulär, der Hindifilm schreite ein wenig zu laut aus dem Fernseher und die Atmosphäre im Bus war sicher vergleichbar mit derjenigen einer Polarstation, saukalt und dick eingepackte Menschen.
Das Wetter in Goa taute uns aber sogleich auf und wir meldeten uns im Hotel White House in Calangute an. Nach dem Frühstück brausten wir mit dem frisch gemieteten Roller los um Goa zu entdecken. Wir fuhren zuerst von Beach zu Beach bis wir schon wieder beim Mittagessen landeten, denn es folgte ein kurzer Ausflug auf die Rennstrecke. Es ist immer wieder erstaundlich, wie schnell und risikofreudig die Inder auf der Strasse fahren, und wie langsam dagegen mit einem Gokart.
Am Abend assen wir im Au Reverie gleich vis à vis von unserem Hotel. Das Restaurant ist eine kleine kulinarische Insel in Indien und bietet wirklich spezielle und speziell gute Menüs an, fernab von Curry, Coriander und Roti. Es wird sogar die heilige Kuh auf dem Teller serviert, wobei wir dies natürlich den anderen Gästen überliessen. Weil wir nicht alle Gerichte, die wir probieren wollten, an einem Abend essen konnten, gingen wir am Montag gleich ein zweites Mal dorthin, auch wenn die Summe der beiden Besuche die Hotelkosten von vier Nächten übersteigt.
Am Samstag besuchten wir natürlich den legendären Night Market, welcher scheinbar an verschiedenen Standorten stattfindet, so mussten wir zuerst ein wenig Suchen und Fragen bis wir am richtigen Ort gelandet sind. Leider sind die Preise in Goa nicht sehr attraktiv, vor allem auch bei den Strandverkäuferinnen, und so lohnt es sich nicht umbedingt hier einzukaufen, für einen kleinen funkelnden Elefanten konnten wir uns aber erweichen.
Am Sonntag machten wir ein wenig klassisches Sightseeing und besuchten die Kirchen von Old Goa. In diesem eigentlich nur aus Kirchen und Abteien bestehendem Ort, stehen und standen über sieben solcher Gotteshäuser. Das angenehme an den Kirchen war, sie sind angenehm kühl in ihrem Innern, denn draussen brannte die Mittagssonne sehr heftig. Da es gegen abend, trotz Mitte November, immer noch ab und zu ein wenig regnet, mussten wir uns kurz in einer Bar unterstellen, “per Zufall” lief dort im TV das Formel 1 Rennen von Abu Dhabi und so freuten wir uns mit Vettel. Auf dem Weg nach Hause entdeckten wir eine echte Goa-Party, unter Palmen mit abgespacter Dekoration. Doch während sich Goaparties bei uns durch die Dauer bis in den nächsten Tag hinein auszeichnen, macht man hier in Indien kurz nach 22 Uhr Schluss.
Ansonsten genossen wir den Strand, vor allem die Strandbeiz, und zwischendurch wagten wir uns auch ins schön warme Wasser.

Erste Fotos von Indien

Endlich konnten wir die ersten Fotos von Indien veröffentlichen. Leider sind wir noch nicht über die Sonnenuntergänge von Matheran hinweggekommen mit aussortieren und darum erst einige wenige Beweisfotos aus Mumbai.

Einfach hier klicken um zukünftig alle Indienfotos anzuschauen

Ajanta und Ellora

Der Grund für den Besuch von Aurangabad ist eigentlich nicht die Stadt selbst, sondern die Höhlen von Ajanta und Ellora, welche sich mehr oder weniger in der Nähe befinden. Nachdem wir um vier Uhr den Zug verliessen, kamen schon die ersten Hotelschlepper, Tourist Guides, Taxifahrer und sonstige Kobolde die uns etwas andrehen wollten, als hätten wir um diese Zeit für nichts mehr Lust als eine Tour zu buchen. Auf alle Fälle waren alle sehr freundlich und wollten uns für INR 300 zum 8km entfernten Hotel fahren wobei sich der Preis mit jedem Schritt unsererseits automatisch senkte. Wir fuhren dann mit einer Autorikshaw, die dafür unterwegs kaputt ging und auch noch betankt werden musste. Doch irgendwann kamen wir beim Hotel Windsor Castle an und bekamen sogar umgehend ein Zimmer um unseren Schlaf fortzusetzten. Da in diesem Zimmer die Toilette nicht ganz dicht war, bekamen wir am Mittag noch ein Anderes.
Auf der Suche nach etwas Nahrung zum Frühstück machten wir uns auf den Weg und entdeckten ein frisch geöffnetes Shopping Center (in Indien nennt sich das Mall). Neben ein paar wenigen Shops waren auch nur etwa drei Stände im Food Court geöffnet, leider war kein Cafe dabei und so verliessen wir das Gebiet mit leeren Mägen. Als der Hunger akut wurde (vor allem bei der Dame) war das Hotelrestaurant unsere Rettungsinsel, wo wir auch etwas nicht extrem Indisches zwischen die Zähne bekamen.
Nach der Stärkung ging es wieder raus zu den vielen Reisebüros rund ums Hotel um nach dem Preis für ein Taxi nach Ajanta und Ellora zu fragen. Diese machten aber generell nicht so einen begeisterten Eindruck und darum riefen wir den Taxi-Hai vom Bahnhof an und machten für zwei Tage Taxidienst einen Preis mit Bonussystem aus. Für den Abend hatten wir bereits in Mumbai ein Ticket im Kino gleich neben dem Hotel gebucht. Als die Schlange mal nicht so lange war, tauschten wir unser SMS-Ticket in ein Papierticket um. Zwei Tage zuvor startete nämlich der Bollywood-Blockbuster Golmaal 3 und alle wollten diesen Film natürlich sehen. Nur die besten Plätze hatten wir!
Um 9.30PM plus ein wenig Verspätung sassen wir dann in der Mitte des Kinosaals, das passte einer Indischen Grossfamilie nicht und wollte uns an den Rand verfrachten. Nach einigen schlechten Erfahrungen mit Plätze tauschen zuvor, blieben wir diesmal hart und stürtzten wohl deren Familienfrieden in eine grosse Krise. Vom Film verstanden wir sprachlich natürlich nicht viel, Bollywoodfilme sind jedoch so einfach gestrickt, dass man eigentlich die Story voraussagen kann.
Am nächsten Morgen holte uns dann der Taxifahrer ab und wir braussten Richtung Ellora los. Eigentlich müsste man Ajanta zuerst besuchen da dies geschichtlich früher abspielte, es ist jedoch so, dass Ajanta am Montag und Ellora am Dienstag geschlossen sind. In Ellora angekommen starteten wir unsere Tour durch die Höhlen. 400 Jahre nach Christus begannen zuerst buddhistische, dann hindustische Gruppen Höhlen aus dem Vulkangestein zu meisseln. Dies sind zum Teil riesen grosse Tempelhöhlen, mit Säulen und Buddhastatuen und nichts wurde aufgebaut sondern alles aus dem Fels gehauen. Da musste also sehr genau gearbeitet werden, denn war der Stein mal weg, war es vorbei mit der Säule oder Figur. Am beeindruckensten war natürlich der Kailasa-Tempel, ein Monstrum etwa 50×50x50 Meter gross, zur Bauzeit mussten ca. 200′000 Tonnen Stein abgetragen werden.
Auf dem Rückweg machten wir noch Halt beim Grab des Mogul Aurangzeb und bei der Festung von Daulatabad. Diese gefiel uns sehr gut weil aus einem Hügel eine ganze Festungsanlage gebaut wurde. Aus dem Felsen wurde ein künstlicher Wassergraben gehauen und zuoberst auf der Festung hatte man einen schönen Rundblick über Aurangabad und Umgebung. Kurz vor unserem Hotel stoppten wir noch bei einer Himroofabrik, das ist eine spezielle Webereimethode, welche hauptsächlich hier in Aurangabad praktiziert wird. Zwischen den Pausen zeigen zwei alte Herren, den Touristen wie sie die kompliziert aussehenden Webestühle bedienen und welche tollen Stoffe sie damit erstellen können. Umso grösser war dann nätürlich die Verkaufsabteilung der Fabrik und noch grösser, an solchen Orten, sind die Preise.
Früh starteten wir am nächsten Tag in Richtung Ajanta, immerhin sind es ca. 100 km dorthin und auf indischen Strassen braucht man dazu sicher zwei Stunden. Nach einem kleinen Frühstück unterwegs, starteten wir mit einer kleinen Wanderung zum Ajanta Viewpoint. Dieser liegt auf der anderen Seite der Schlucht und man hat einen herrlichen Blick über die gesamte Höhlenkette von Ajanta. Unser ausnahmsweise angeheuerter Guide zeigte uns eine tolle Abkürzung mitten durchs Dickicht und so waren wir schon kurz darauf beim Eingang zu den Höhlen. Wie üblich mussten wir offiziell etwa das 25-fache an Eintritt bezahlen als die Inder selbst und so sind die Sehenswürdigkeiten jeweils nicht ganz billig (zwischen 5 - 10 Franken). Für Ajanta hat sich der Preis sicher gelohnt und die Höhlen, zum Teil noch mit original Wandbemalungen aus der Zeit 200 v.Ch., waren sehr eindrucksvoll. Vor allem erstaunlich war, dass überall rumgeklettert wird und alles angefasst werden kann, auch das Fotografieren ohne Blitz fällt vor allem den indischen Besuchern sehr schwer und dies in einem UNESCO Weltkulturerbe. Gegen Mittag hatten wir dann alle Höhlen besucht und machten uns per Bus zum Parkplatz etwa 4km von der Anlage entfernt wo auch unser Fahrer warten sollte. Beim Parkplatz sind wir ein wenig erschrocken, da war eine Schlange von Leuten über Hügel und durch Täler, welche alle in den Bus wollten. Das frühe Aufstehen lohnte sich angesichts dieser Massen.
Beim Hotel angekommen wollte unser Fahrer dann plötzlich 700 Rupien mehr für die 8km Fahrt zum Viewpoint und dies obwohl ich ihn den Tag zuvor aus einer einparkierten Lage befreite. Er musste sich also mit den abgemachten 2′000 INR begnügen, ein sicher sehr fairer Preis jedoch zuwenig für einen Touristenhai der morgens um vier Uhr beim Bahnhof wartet.
Den vierten Tag in Aurangabad verbrachten wir zuerst mit ausschlafen und danach machten wir uns an die lokalen Sehenswürdigkeiten. Da war zuerst das Panchakki, eine Konstruktion aus dem 16. Jahrhundert wo Wasser von einer 8km entfernten Quelle durch Rohre zu einem Wasserfall geführt werden. Dort war ein Wasserrad angebracht, welches die Mühle mit Energie bediente. Zudem wurden grosse Pools angelegt, welche die Pilger dazumal zur Abkühlung benutzten.
Das nächste und eigentliche Highlight der Stadt ist das Bibi-Ka-Maqbara, umgangssprachlich auch Minitaj genannt. Eigentlich erwarteten wir nicht viel, doch wir wurden überrascht von der “ordentlichen” Kopie des Taj Mahals in Agra. Das Eingangsportal, der Garten, die Brunnen und das Taj selbst war sehr ähnlich auch wenn die Dimensionen nicht ganz die gleichen sind. Auch die Besucherzahlen waren ähnlich und so erinnerte uns dies an die Bilder von März 2008 als wir das originale Taj besuchten.
Heute geht die Reise weiter, diesmal per Bus von Paulo Travels und zwar ins 16 Stunden entfernte Goa, hamáare paas mixed feeling hai.

Mumbai zum Zweiten

Bei unserem zweiten Besuch in Mumbai standen uns vier Nächte im Hotel Astoria bevor. Eigentlich mehr als wir ursprünglich wollten doch es gab keine Plätze in früheren Zügen nach Aurangabad. Wir konnten also die Stadtbesichtigung sehr gemütlich nehmen und jeweils auch schön ausschlafen. So besuchten wir während diesen Tagen das Gateway of India, Cafe Leopold, Crawford Markets, die Elephanta Caves per Boot, die Wäscherei, ein kleines Slum, die Hanging Gardens auf dem Malbara Hill, Chowpatty Beach bei Nacht, Haji Ali’s Tomb und natürlich den Marine Drive gleich um die Ecke von unserem Hotel.
Die Abende waren stets geprägt von viel Lärm, denn die Leute liessen schon Tage vor Diwali Feuerwerkskörper ab. Apropos Diwali, eigentlich erwartet man hier ein tolles Fest mit Lampen dekorierten Häusern und einem fröhlichen Umzug. In Mumbai ist das ein wenig anders, hier wird möglichst laut, möglichst gefährlich und vor allem möglichst viel Feuerwerk angezündet. So sassen am Abend des Diwali (Fr, 05.11.2010) tausende von Inder beim Marine Drive und schauten dieser Schlacht zu. Die Raketen flogen dabei in Richtung der Häuser, quer durch die Menschenmenge oder manchmal gingen sie gleich am Boden oder in den Händen los.
Am Tag nach Diwali stand schon das nächste Highlight an, zumindest aus Sicht der Regierung und Wirtschaftselite von Mumbai. Welcome to Mumbai Mr. Barack Obama, konnte man an jeder Strassenecke lesen, zumindest dort wo er durchfahren wird. Dies konnte sehr einfach herausgefunden werden, denn die Tage zuvor wurden in diesen Strassen die Randsteine wieder neu gelb-schwarz bemalt und natürlich auch ordentlich geputzt. Da ja die USA nicht nur Freunde hat, musste auch die Sicherheit gewährleistet werden. Dazu wurden alle Schachtdeckel geöffnet, der Schacht geprüft und am Schluss mit einem gewöhnlichen Klebeband versiegelt. Ein Schelm, wer dabei denkt, dass Terroristen auch ein Klebeband kaufen könnten.
Neben dem Sightseeing und Shopping beschäftigten wir uns des öfteren noch mit unserer Reiseplanung. Leider ist der Herbst nicht die ideale Zeit für spontane Indienreisen und so kämpften wir uns durch duzende Zug-, Bus- und Flugverbindungssuchen bis wir wieder einen Schritt vorwärts gekommen sind. Erschwerend kam noch dazu, dass wir noch einige Leute treffen möchten, die zeitlich und örtlich in Indien verteilt sind. Jedoch entwickelte sich in den Tagen so etwas wie eine zusammenhängende, jedoch nicht unbedingt logische Reiseroute.
Am Samstag machten wir uns dann auf den Weg zum Bahnhof um den Zug nach Aurangabad zu erwischen. Pünktlich um 21:05 legte der Zug los und von Station zu Station gesellten sich mehr und mehr Leute in unserem Wagen. Irgendwann legten wir uns hin zum Schlafen, wichtig dabei ist, einen guten Kompromiss zu finden zwischen Schwitzen unter der Wolldecke und verfrieren ohne Wolldecke. Bereits um vier Uhr mussten wir in Aurangabad aussteigen.

Matheran

Am nächsten Morgen früh ging es bereits los nach Matheran. Unsere grossen Koffer konnten wir zum Glück im neuen Hotel bereits deponieren und so reisten wir nur mit zwei kleinen Rucksäcken. Auf dem Perron demonstrierte uns ein Inder wie man richtig “leicht reist”; nur mit einem Tuch um die Hüften wusch er seine Unterhose am Wasserhahn, danach putzte er sich damit und bevor er sie wieder anzog, wringte er sie noch einmal kurz aus. Mehr als seine Kleider braucht man also nicht.
Pünktlich fuhr der Konya Express Zug in Mumbai los und von Station zu Station füllten sich die Wagons. Nach jedem Stop wurden die Plätze leicht neu verteilt bis sich schlussendlich zeigte, wer wohl einen Sitzplatz reserviert hatte wie wir. Trotz der „light Version“ von Zugreisen in Indien mit reservierten Sitzplätzen, war die Fahrt ein Erlebnis und wir mussten unsere Plätze regelrecht verteidigen, wobei uns da auch andere Mitreisende halfen.
In Neral verliessen wir den Zug um auf den Toy Train umzusteigen, bevor wir auf unserem Ticket die Wagennummer nachschauen konnten, setzte sich die Schmalspurbahn bereits in Bewegung und wir mussten einfach einmal aufspringen. Doch wir hatten Glück und erwischten prompt den richtigen Wagen.
Die Bahn klettert sehr atem(be)raubend die steilen und hohen Felswände hoch. Neben dem schmalen Trassee geht es eigentlich senkrecht den Berg hinunter und das für mehrere hundert Meter. So schlängelt sich die Bahn während zwei Stunden hoch bis wir zuoberst auf dem Berg die Hill Station Matheran erreichten. Wie schon zuvor erwähnt, ist Matheran autofrei, als hupfreien Ersatz werden Pferde eingesetzt und es ist natürlich klar, dass einem jetzt an jeder Ecke einer “some horse” anzudrehen versuchte. Zuerst suchten wir unser Hotel, welches in einem alten Kolonialhaus untergebracht war, erweitert wurde es noch mit einem kühlen Pool, Badmington und Pingpongtisch. Die meisten Hotels in Matheran bieten nur Vollpension und so konnten wir kurz nach dem Checkin bereits ein leckeres indisches Mittagessen geniessen. Das Restaurant war wie an mehreren Orten beschrieben wirklich hervorragend.
Den Rest des Tages verbrachten wir mit Schlafen und ein wenig umherschlendern und die Umgebung kennen lernen.

Nach einem weiteren guten Essen verkrochen wir uns in unser riesen Zimmer, welches wohl eher für Inderfamilien als für Europäer-Individualisten konzipiert ist. Es hatte nämlich grosse Doppelbetten nebeneinander (für 2-4 Pers.) und noch 2 kleine Betten (für je 1-2 Kinder). Somit hätten bei Maximalbesetzung 8 Personen Platz gefunden. Dazu kam eine grosse Veranda und geräumiges Badezimmer mit Dusche mit Abgrenzung. In Indien ist es nämlich üblich, dass der Duschkopf einfach irgendwo im Badezimmer hängt und beim Duschen alles nass wird. Klo, Brünneli, Boden, usw… Mit etwas Glück gibt es noch einen Duschvorhang, sodass nur der ganze Boden geflutet wird. Hier war aber nichts dergleichen. Nur warm duschen konnte man am Abend nicht. Das war für die Morgenstunden eingeplant. So stiegen wir durchgefroren und zähneklappernd in unser riesiges Bett und schliefen eingehüllt von einer unbekannten Ruhe ein.

Am nächsten Morgen wollten wir uns eben einmal auf „some horse“ einlassen und begaben uns auf die Suche nach dem richtigen Stück… ähm Pferd. Kritisch probierte unsere Pferdespezialistin ein paar Pferde aus, bis eines gefunden war das auch ein wenig Pfeffer unterm Arsch hatte. Nach der Preisverhandlung ging es dann los, zum Ersten von 7 Aussichtspunkten. Tatsächlich hielt das Pferd Hero was es versprach. Es wurde im Gelände sogar noch besser. So flitzten wir im Trab und Galopp von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt und der Guide versuchte dem Nicht-Pferdespezialisten eine Crashreitstunde zu vermitteln, wobei er dies gar nicht einmal so schlecht macht.
Viel zu schnell hatten wir die Punkte abgeritten und so machten wir noch einen Bogen auf das Oval, wo normalerweise die Pferde traniert werden. Das Oval ist eine natürliche Fläche mit einem Trampelpfad zum trainieren. Im schnellen Gallopp sauste ich einmal herum. Das hat riesen Spass gemacht.
Zurück im Hotel haben wir uns im kühlen Pool erfrischt. So ging der Nachmittag mit Schwimmen und Sonnenbaden schnell vorbei.

Am nächsten Tag stand schon die Rückreise nach Mumbai an. Mit dem ToyTrain ging es wieder zurück nach Neral, von wo aus wir mit dem „catch a local train“ nach Mumbai mussten. Auf dem local train kann man keine Plätze reservieren und so entschieden wir uns für die 1. Class welche durchaus bezahlbar ist, aber keinen Sitzplatz garantiert nur etwas mehr Atemfreiheit. Wir hatten Glück und ergatterten uns einen Sitzplatz. 1.5 h später kamen wir in Mumbai an und staunten nicht schlecht, dass die Leute schon in den Zug stürmten obwohl der noch immer ziemlich schnell in den Bahnhof einfuhr. Wir kämpften uns möglist schnell auf den Bahnsteig um sicher zu gehen, dass wir nicht im Zug stecken blieben und wir wieder in Neral endeten.

Mumbai

Ziemlich genau 7 Stunden nachdem wir in Frankfurt gestartet waren, sind wir in Mumbai gelandet. Das Flugzeug entleerte sich erstaunlich schnell und auch die Zollabfertigung ging fix. Auf den Koffer mussten wir ein wenig warten aber alles lief ganz gesittet - von Delhi hatten wir da andere Erinnerungen.
Mit unbefestigtem Gepäck auf dem Dach des Taxis, fuhren wir vom Flughafen zu unserem Hotel in der Innenstadt. Das von uns gebuchte Zimmer war erwartungsgemäss schon vergeben und so bekamen wir die Notfallkammer mit einer tropfenden Klimaanlage, natürlich genau auf das Bett. So wurde nachts um 4 Uhr, das Bett neu bezogen und das Interieur ein wenig umgestellt. Das regelmässige tropfen in den Eimer versetzte uns sogleich in einen Tiefschlaf.
Am gleichen Tag stand einiges auf dem Programm. Es begann mit einem glücklichen Zufall, dass die Deutsche Bank nur zwei Blocks von unserem Hotel entfernt war, leider stellte sich dann heraus, dass die Visa-Geldkarte gesperrt ist und eine Entsperrung nicht einfach gleichtags vor Ort gemacht werden kann. Mittels einem Schreiben der Branch-Managerin und mit meiner PAN-Card durfte ich dann Geld am Schalter abheben, die PIN-Codes für die Karte und den Onlinezugang sollten dann in drei Tagen bereit sein.
Nächster Punkt auf der Liste war, eine Mobiltelefonnummer zu kaufen, dazu war erst eine Passkopie und irgendein Ausdruck des Hotels nötig, dies liess sich zum Glück im Lauf des Tages organisieren und so hatten wir bereits am ersten Abend die so wichtige Telefonnummer. Leider merkten wir kurz darauf, dass uns der nette Verkäufer über den Tisch gezogen hatte. Wir gingen also erneut zum Shop und forderten das überschüssige Geld zurück. Nach ein paar Diskussionen mit den anderen Verkäufern und einigen Ausreden rückte er dann die ergaunerten Rupien wieder heraus.
Weil uns das neue Zimmer eigentlich sehr gut gefiel, wollten wir unseren Aufenthalt ein wenig verlängern. Leider war dies nicht so leicht möglich wie man es erwarten würde, denn es gab eine Online- und eine Reception-Quota. An einigen Tagen war das Zimmer online verfügbar an den Anderen nur an der Reception, leider klappte schlussendlich die Onlinebuch nicht und so entschieden wir uns für ein anderes Hotel - ein mehr indisches und sogar noch teurer aber dafür reservierbar.
In der nähe von Mumbai liegt Matheran, dass ist eine britische Hill Station mit angenehmem Klima und - aussergewöhnlich - autofreien Strassen. Am schönsten erreicht man diesen Ort mit dem Toy Train, einer Schmalspureisenbahn. Wir marschierten also zur nahegelegenen Victoria Terminal Station und suchten den Reservationsschalter. Der Reservationsschalter war eher eine Reservationshalle mit hunderten von Leuten und einem sehr komplizierten System. Zuerst musste man sich ein Formular besorgen und dort drauf die Passagiere und die gewünschte Strecke eintragen. Mit dem ausgefüllten Formular durfte man sich für die Ziehnummer (wie bei der Post) anstellen, nur dauerte dies schon etwa eine halbe Stunde, weil die entsprechende Person am Mittagessen war. Leider lagen zwischen der aktuellen Nummer und unserer noch mehr als 200 andere und so würde es ungefähr zwei Stunden dauern bis wir an der Reihe wären, meinten die anderen Schlangensteher. Als Tourist hat man das Glück zweispurig fahren zu können und sich gleichzeitig am Touristenschalter anzustellen. Dies führte RELATIV rasch zum Erfolg und nach einigen ausgefüllten Formularen und Platzverteidigungen in dieser Schlange, bekamen wir unsere Tickets ausgedruckt.